Probenmaterial

Es ist uns wichtig, Sie mit Hinweisen zur Probengewinnung zu unterstützen, um eine optimale Qualität der Proben und Ergebnisse zu erreichen. Voraussetzung für eine aussagekräftige Analyse ist immer die richtige Wahl und Behandlung des Materials. Häufigster Fehler in der Präanalytik ist die Verwechslung von Proben. Zu jedem Untersuchungsparameter finden Sie in unserem Analysenverzeichnis Angaben über Materialmenge, Besonderheiten bei der Abnahme und Informationen zur Lagerung.

Blut, Serum, Plasma

Blut wird venös, arteriell und kapillär entnommen. Ohne gerinnungshemmende Substanzen gerinnt es  im Abnahmeröhrchen - nach ca. 30 Minuten entsteht ein klarer Überstand, das Serum. Mit Substanzen wie Citrat, EDTA, Heparin oder Hirudin wird die Gerinnung gehemmt. Bei Plasma handelt es sich um den Überstand des mit einem Antikoagulans „ungerinnbar gemachten“ Bluts nach Zentrifugation. 

Um Verwechslungen zu vermeiden, müssen die Röhrchen vor der Blutentnahme mit einem Barcode oder mit Namen, Vornamen und Geburtsdatum versehen werden. Unsere Merkblätter geben weitere Hinweise zur Blutentnahme, zu Zentrifugation, zur Gewinnung von Blutkulturen und Knochenmark und zur Herstellung eines Blutausstrichs.

Urin

Viele quantitative Messungen im Urin lassen sich nur vergleichen und beurteilen, wenn sie sich auf die Tagesausscheidung beziehen. Da diese sehr unterschiedlich ist, sollte eine 24-stündige Urinsammlung nach definierter Vorgabe erfolgen - vgl. Merkblatt 24-h-Sammelurin. Für Teststreifenuntersuchungen, Urinsedimente und andere Urinuntersuchungen wird Mittelstrahlurin verwendet, vgl. Merkblatt Urin.

Liquor, Punktate

Liquor ist eine wasserklare, protein- und zellarme Flüssigkeit, der im zentralen Nervensystem (Gehirn und Rückenmark) produziert wird. Zur Gewinnung von Liquor wird zwischen dem Lendenwirbelkörper (LWK) 3 und 4 oder zwischen LWK 4/5 am sitzenden oder liegenden Patienten punktiert, vgl. unsere Hinweise zur Gewinnung von Liquor. Bitte beachten Sie auch das Merkblatt zur Gewinnung von Punktaten.

Abstriche

Sekrete sollten gezielt aus dem Infektionsbereich gewonnen und die Kontamination mit der Standortflora dabei möglichst vermieden werden. Hinweise zu Augen-, Nasen-, Rachen-, Vaginal-, Urethra- und Anus-Abstrichen enthält unser Merkblatt Abstriche.

Sputum und Bronchialsekrete

Für die Sputumprobe ist Morgensputum am besten geeignet. Dabei handelt es sich um das erste nach dem Erwachen aus den tiefen Atemwegen abgehustete Sekret (kein Speichel). Bitte beachten Sie dazu die Empfehlungen zur Gewinnung von Sputum und Bronchialsekreten.

Stuhl

Die Bedingungen zum Sammeln von Stuhl können sich je nach Erreger unterscheiden, vgl. Hinweise zur Gewinnung von Stuhl. Weitere Hinweise gibt unser Analysenverzeichnis

Lagerung von Proben

Die Lagerung von Untersuchungsmaterialien bis zur Abholung unterscheidet sich je nach Probe. Bitte beachten Sie die Hinweise zu den Lagerungsbedingungen verschiedener Untersuchungsmaterialien.